Die Ausgangslage am vorletzten Spieltag gegen Bretten war eindeutig. Nachdem sich als Aufsteiger im bisherigen Saisonverlauf nur eine Niederlage in der Hinrunde gegen Heidelberg erlaubte, konnte, da auch die etablierten Verfolger aus Beiertheim und Ettlingen wenig bis keine Federn ließen, dennoch mit einem Sieg oder einer 3:2 Niederlage am vorletzten Spieltag der direkte Durchmarsch in die Oberliga perfekt gemacht werden. Zwar waren in der aktuellen Spielzeit nicht immer alle Partien klar entschieden worden, aber auf den Kampfgeist konnte sich das Team immer verlassen und so sollten heute die Früchte einer langen, auch für die Fans bisweilen nervenaufreibenden und sportlich starken Saison eingefahren werden.

Mit dem Selbstvertrauen eines souveränen Tabellenführers und zahlreichen Fans auf den Oberrängen in einer der wahrscheinlich modernsten Hallen der Liga ging das Team in ihr „Endspiel“ gegen ein vom Abstieg bedrohtes Team aus Bretten.

Wir wissen nicht ob es nun an dem Umstand lag den direkten Aufstieg vor Augen zu haben, oder der Tatsache das in Bretten „quer“ gespielt wurde, „die Mannschaft“ kam nur schwer in Fahrt und lag im ersten Satz schnell hinten und trotz einer Steigerung in der zweiten Satzhälfte schaffte es Bretten, mit der Angst des drohenden Abstiegs im Nacken, den ersten Satz nach Hause zu bringen und sich an der Seitenlinie frenetisch in den Armen zu liegen. Aus sportlicher Sicht müssen wir sagen, ging das in Ordnung und war verdient.

Ob jetzt nun der Verlust des ersten Satzes dazu geführt hat das alle „richtig wach wurden“, oder Bretten zu Beginn des zweiten Satzes noch mental in der Freude über den Gewinn des ersten Satzes gefangen war, wir wissen es nicht, jedoch bot sich ein komplett anderer Spielverlauf. Feudenheim ging Punkt um Punkt konzentriert ans Werk und gab Bretten, auch durch diverse Rhythmuswechsel zu keinem Zeitpunkt die Möglichkeit in ihr kampfbetontes Spiel zu finden. Nach kürzester Zeit war der Satz mit 25:13 eingefahren und das Selbstvertrauen, die „Operation Aufstieg“ abschließen können auch bei den Fans spürbar.

Noch im Siegestaumel über den zweiten Satz befindlich, mussten die mitgereisten Fans schnell realisieren das der Willen Brettens keinesfalls gebrochen war und mit großem kämpferischen Einsatz schnell ein Vorsprung rausgespielt wurde. Mit dem Glauben an die eigenen Stärken und dann auch spielerischer Überlegenheit, fightete der ASC jedoch Punkt um Punkt zurück. Der Vorsprung Brettens schmolz kontinuierlich und mit dem Wissen, dass der Gewinn des dritten Satzes den Aufstieg bedeuten würde, nahm der Jubel auf dem Oberrang zu. Nach dem Ausgleich zur Mitte des Satzes hin war stimmungstechnisch auch bei dem letzten mitgereisten Fan angekommen, dass das Team unten auf dem Court mit einer Mischung aus „Wir haben gute Laune“ und „Wir sind souveräner Tabellenführer“ nicht gewillt war, trotz Startschwierigkeiten zu Beginn, nur den Hauch eines Zweifels aufkommen zu lassen wer heute als Sieger vom Platz geht. So konnte dann nach einer gefühlten kleinen Ewigkeit und mit schweißnassen Händen ein 25:18 Satzgewinn bejubelt und beklatscht werden. Der Aufstieg war perfekt gemacht worden! Das Aufstiegsplakat wurde entrollt, die Kaltgetränke flossen in der Fanmeile in Strömen und unten machte sich der ASC ans Werk den Aufstieg nicht nur mit einer 3:2 Niederlage, sondern mit einem weiteren Sieg perfekt zu machen.

Berauscht von der kämpferischen Leistung im dritten Satz wurde konzentriert zu Werke gegangen und auch wenn Bretten zu Beginn des Satzes dagegenhielt, es war von der Art und Weise der Spielzüge und der Attitüde des ASCs nicht vorstellbar, dass hier heute noch etwas anbrennen könnte. Zwar ließ in der zweiten Satzhälfte die Konzentration nach, was auch an den in der Kurve tobenden Fans gelegen haben mag, aber schlussendlich wurde auch dieser Satz dann mit 25:20 gewonnen und der Jubel kannte keine Grenzen.

ASC Feudenheim - TV Bretten
3:1 (20:25, 25:13, 25:18, 25:22)

Spielerinnen und Trainer lagen sich in den Armen und gemeinsam mit den mitgereisten Fans wurde der Court kurzzeitig in eine Siegesmeile mit Sekt und Kuchen verwandelt um den Emotionen um des sportlich erreichten freien Lauf zu lassen. Als Aufsteiger zur Verbandsliga angetreten und als Aufsteiger in die Oberliga die Saison beendet. Die Freude kannte keine Grenzen und sowohl sportlich, als auch mental über die Saison betrachtet, durch alle schwierigen Spielsituationen gehend, gepusht durch Spielerinnen, Trainer und Fans wurde dann nicht nur ein verdienter 3:1 Sieg, sondern auch ein kleines Volleyballwunder gefeiert.

Es spielten:
Sandra (AA), Viloa (AA), Chrissi (AA), Maike (AA), Eva (AA), Vero (MB), Stephi (MB),
Ann- Kristin ( MB), Nadine (Z), Mimi (Z), Maartje (D), Uli ( L)